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Auf Langlaufski zur Kita

Tina war mit Lisa in Joensuu

Name
Tina
Nationalität
Deutsch
Land
Deutschland
Sprache
Deutsch
Stadt
Köln
Heimathochschule
Universität zu Köln
Studiengang
LA Sonderpädagogik
1. Studienrichtung
Lernen und Emotionale/Soziale Entwicklung
2. Studienrichtung
LB Naturwissenschaften
3. Studienrichtung
Mathematik
Abschluss
1. Staatsexamen
Status
Student/in
Zeitraum
01.01.2013 - 31.05.2013
Kinder
Lisa (5)
Land
Finnland
Sprache
Englisch
Stadt
Joensuu
Hochschule
Eastern University of Finland
Anlass der Reise
Studienintegriertes Auslandspraktikum
Kriterien
Es kam eine Infomail über die Erasmus-Restplatzvergabe und für mich interessante Länder waren Schweden und Finnland.
Wie sind Sie ins Ausland gegangen?
im Rahmen einer Hochschulkooperation
Mobilitätsprogramm
Erasmus Studium
Dokumente
Learning Agreement , Kinderausweis(e) , Reisepass , Einschreibungen / Zulassungen für Gasthochschule
Wohnsituation

Ich habe die Studentenwohnungsgesellschaft "ELLI" der UEF (University of Eastern Finland) angeschrieben und ein Formular ausgefüllt, eingescannt und übersendet. Wir bekamen kurze Zeit später eine positive Antwort mit dem Angebot für die Wohnung, die wir dann auch nahmen.

Kinderbetreuung Kriterien

Es gibt in Joensuu nahe der Uni einen Englisch-Finnischen Kindergarten. Gerade bin ich mir gar nicht mehr sicher, ob ich explizit diesen Kindergarten ausgesucht und angegeben habe oder ob es nicht doch ein Zufall war.

Kinderbetreuung Situation

Wir waren bei der zuständigen Stelle für Kindergartenplätze bei der Stadt, haben ein Formular ausgefüllt, es wurden ein paar Kopien gemacht. Ein paar Tage später kam der positive Bescheid, das meine Tochter einen Platz in diesem Kindergarten bis 13 Uhr jeden Wochentag hatte. Kostenlos. Im Kindergarten war eine Gruppe mit knapp 20 Kindern und 4 Betreuuern (2 Pfleger, 1 Englischlehrerin, 1 Finnischlehrerin).

Eindrücke des Kindes

Sie war immer dabei (außer wenn sie im KiGa war) und liebte den Schnee. Die Eingewöhnung in den Kindergarten war am Anfang etwas schwierig, aber wurde besser.

durchschnittlichen Lebenserhaltungskosten vor Ort

Unterkunft
350€ Euro
Krankenversicherung
80€ Euro
Verpflegung
200-300€ Euro
Finanzierungsmöglichkeiten
Unterhalt , Kindergeld , Unterstützung durch weitere Familienangehörige
Motivation

Ich wollte schon vor der Geburt meiner Tochter ins nordische Ausland. Ich wollte es versuchen und zeigen, das ein Kind kein Hindernis sein muss.

Transportmöglichkeit

Wir sind mit einem PKW meiner Eltern gereist, mit der Fähre direkt von Deutschland nach Finnland. Dies ist besonders dann zu empfehlen, wenn man weiß, dass die Wohnung nicht mit allem nötigen ausgestattet ist und man mehr als zwei 23kg Koffer mitnehmen möchte/muss.

Orientierung vor Ort

Bei der Ankunft holten wir zuerst unseren Schlüssel für die Wohnung und trafen dann unsere Tutorin vor Ort die uns in die Wohnung begleitet hatte und mir Tipps zu Second Hand Möbelläden geben konnte. Mit einer Stadtkarte ausgerüstet lief die Orientierung soweit einfach.

Verpflegung

Generell verhungert man nicht. Es gibt günstigere und teurere Läden. LIDL gibt es schon mehrere Jahre in Finnland, die "einheimischen" Läden sind etwas regionaler (Bei LIDL kann man auch die deutschen Produkte kaufen - Langweilig).

Studienablauf

Im Vorfeld hatte ich mir bereits Gedanken über die Kurswahl gemacht, als ich jedoch vor Ort war, konnte ich flexibel auch mehr Kurse wählen oder tauschen, wichtig ist hierbei nur, dass die Kurse, die zur Anrechnung für Erasmus, auf dem Learning Agreement draufstehen! Ich habe an einem "Survival Finnish"-Kurs teilgenommen. Ich glaube nur einmal bei einer Ansprechpartnerin der Uni gewesen zu sein, ganz am Anfang. Bei Fragen habe ich Mails an die entsprechende Stelle geschickt und bekam schnell Antworten die weitergeholfen haben. Ich habe bei ESN (Erasmus Student Network) - Aktivitäten teilgenommen. Im Sinne der Inklusion war es natürlich besonders interessant das Schulsystem kennen zu lernen. Die Kurse an der UEF finden auch nicht jede Woche zur gleichen Zeit im selben Raum statt (Modell Uni Köln), sondern eventuell nur 6 Wochen lang, aber 2mal pro Woche. Man konnte sich so den Stundenplan individuell zusammenstellen und war gegebenenfalls bereits Mitte Mai fertig mit allem. Es gab es Vorlesungen, Gruppenarbeiten, Präsentationen oder auch Klausuren. Ich habe bewusst andere Kurse als meine vorgesehenen „Bookexams“ dazu gewählt um auch andere Studenten kennen zu lernen. Die Kursgrößen schwankten zwischen 2 und ca. 30 Studenten, die Atmosphäre war immer gut. Durch die PC-Plätze in der Bibliothek und anderen Orten der Uni war immer ein privater Arbeitsplatz zu finden. Das Ausleihsystem in der Bibliothek war einfach und übersichtlich. Die Unterrichtssprachen waren bei den von mir gewählten Kursen Englisch, wobei es aber auch einmal vorkam, dass ich eine Veranstaltung besuchte und als der Dozent anfing auf Finnisch zu erklären bin ich wieder gegangen ;). Studieren konnte ich, da die Kinderbetreuung nur bis 13 Uhr ging, bis ca. 12/12.45 Uhr und dann abends, wenn mein Kind im Bett war, wieder. Das Mensaessen war immer super, ein Menü mit warmer Speise, Salat, Brot und Getränk gab es für 2.25€ (Student) und Wasser, Salat und Brot konnte nachgenommen werden. Ungewohnt war, dass man seine Jacke im Foyer in einer Garderobe hängen lassen konnte – was fast alle Studenten auch taten – denn in Finnland wird das Eigentum von Anderen dort belassen wo es ist. Das Student Union Büro kümmerte sich um alle möglichen Angelegenheiten wie z.B. die Lyyrakarten, Verleih von Schlittschuhen und Skiern und die Organisation von Studentenfreizeiten (Lappland, St. Petersburg, Stockholm).

Familienfreundlichkeit

Es war ok, ich denke als Nicht-Alleinerziehende wäre es noch besser gewesen. Ohne Auto wäre ich etwas aufgeschmissen gewesen aufgrund der längeren Wege. Wir wurden im Doppelpack in der Uni überall akzeptiert. Bei Klausuren oder Vorträgen die ich gehalten habe haben Kindergarten oder Freunde (dort kennengelernt) geholfen.

Tagesablauf

Aufstehen, Frühstücken, bis 8:30 Uhr im KiGa sein. 9/10 Uhr Uni bis 12:45 Uhr. Nach Hause, Mittagessen, Rausgehen/Freunde treffen. Gegen 18-20 Uhr Ankunft Zuhause/Abendessen. 21/22 Uhr Bett, ich zum Teil Vorbereitungen getroffen/gelernt bis ca. 24 Uhr.

Freizeit

- Ausflüge mit Freunden (oft nach Koli (Nationalpark))/ESN - Schwimmbad/Schlittschuhlaufen/SecondHandShops - Busreise nach Lappland Es gab bis auf ein kleines liebevoll eingerichtetes Spieleland in einem Museum nichts spezielles für Kinder.

Resümee

Insgesamt muss ich sagen hat es sich sehr gelohnt dieses Auslandssemester absolviert zu haben, nicht nur akademisch sondern auch privat – für mich und mein Kind. Die Mentalität der Einheimischen ist eigen aber freundlich, denn die Finnen reden nicht wirklich viel. Sehr interessante Erfahrungen dort waren, als bei -30° das Auto nicht mehr fahren wollte, eine Wanderung in Koli durch Tiefschnee um bloß nicht den längeren Weg vom See hoch zur Spitze zu nehmen, die Fahrt nach Lappland, lustige Abende mit Freunden und das super Wetter im Mai wobei man auch schon im See schwimmen konnte – das waren sozusagen die Highlights. Wer vor allem naturverbunden und sportlich aktiv ist, für den ist Finnland definitiv etwas! Ich konnte meine akademischen Ziele vollstens erreichen. Die Idee eventuell einen finnischen Mann kennenzulernen scheiterte dagegen - es wurde ein russischer ;). Anders machen? Ich wüsste nicht was...

Informationen Familienbild

Ich habe leider niemanden in meiner Situation kennengelernt, alle waren kinderlos. Hilfsbereit waren fast alle. Meine Tochter war damals an sich recht laut und auch wild, aber es hat sich nie jemand beschwert.

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