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Schwangerschaft mit Schwierigkeiten

Sofia war mit Niki in Gandia

Name
Sofia
Nationalität
deutsch
Land
Deutschland
Sprache
Spanisch
Stadt
gandia
Heimathochschule
UPV Universitat Politècnica de València
Studiengang
Comunicacion Audiovisual
Abschluss
Status
Student/in
Zeitraum
01.09.2012 - 31.07.2013
Kinder
Niki (0)
Partner
tom (Student/in)
Land
Spanien
Sprache
Spanisch
Stadt
Gandia
Hochschule
Escuela Politécnica Superior de Gandia
Anlass der Reise
Auslandserfahrungen sammeln , Sprachkenntnisse erweitern , Chancen auf dem Arbeitsmark verbessern
Kriterien
Es gab sonst nicht so viel zur Auswahl
Ansprechpartner vor Ort
das international office
Land
Spanien
E-Mail
selbst googlen bitte
Wie sind Sie ins Ausland gegangen?
im Rahmen einer Hochschulkooperation
Mobilitätsprogramm
Erasmus Studium
Dokumente
Learning Agreement , Reisepass , Einschreibungen / Zulassungen für Gasthochschule , Empfehlungsschreiben / Motivationsschreiben
Wohnsituation

es gibt dort einen "club" der den gaststudierenden wohnraum vermittelt. das ist uneingeschränkt empfehlenswert. allgemein gibt es in der region seit der immobilienkrise mehr freien wohnraum als interessierte menschen.

Kinderbetreuung Kriterien

Ich war im 4. Monat schwanger als ich das Auslandsjahr begonnen habe. Mein Partner ist zur Kinderbetreuung mitgekommen und im 1. Auslandsemester habe ich rund 60 Credit points abgelegt, um in 2. Semester, wenn das Kind kommt, mehr Luft zu haben. Das 2. Auslandssemester war zeitgleich mein letztes Studiensemester. Zu Beginn des 2. Semesters kam dann auch mein Kind. Da ich täglich nur rund 3 Stunden Anwesendheitspflicht hatte, ging das ganz gut. Mitunter war es jedoch auch sehr stressig.

Kinderbetreuung Situation

/

Eindrücke des Kindes

/

durchschnittlichen Lebenserhaltungskosten vor Ort

Unterkunft
300 Euro
Verpflegung
200 Euro
Verkehr
50 Euro
Sprachschule
50 Euro
Finanzierungsmöglichkeiten
eigener (Neben-)Job , Erspartes , Elterngeld
Motivation

Ich möchte gerne im internationalen Kontext arbeiten, dafür sind excellente Sprachkenntnisse wichtig und für mich nur durch einen längeren Auslandsaufenthalt zu erlernen. Auch konnte ich an meiner Gasthochschule sehr interessante Module belegen, die es an meiner Heimathochschule nicht gibt. Als Egomanin wollte ich mich durch nichts von meinen vor der Schwangerschaft gesteckten Karrierezielen abhalten lassen.

Transportmöglichkeit

Ich bin per Flug gereist. Mittlerweile sehe ich das wegen der Umweltbelastung als kritisch und auch das viele Gepäck beim Rückflug ist mit Neugeborenem schwierig zu tragen. Das Ideale wäre ein Kleinbus oder Reisemobil :-) Auch um vor Ort mehr flexibilität zu haben. Unser Budget hat dafür nicht ausgereicht.

Orientierung vor Ort

Alles relativ ähnlich wie an meiner deutschen Hochschule. Nur wärmer und neue Leute und für mich interessantere Module:) Nur für meinen Partner war es nicht so schön, da vor Ort eigentlich nur den Campus gibt und sonst kaum Möglichkeiten zu Arbeiten oder Freizeitangebote. Da mein Partner kein Spanisch konnte und nicht so schnell Fortschritte machte, war er relativ isoliert. Das nächste Mal würde ich aus Rücksicht auf ihn wohl in ein Land gehen von dem er die Sprache beherrscht bzw. in einen Ort mit besserer Infrastruktur.

Verpflegung

Alles relativ ähnlich wie in Deutschland auch. Im Supermarkt gibts fast die gleichen Sachen. Nur Bio-Nahrungsmittel sind leider kaum erhältlich. Die Hochschule hat keine Mensa (nur eine Art Bäcker der für rund 5€ pro Stück belegte Brötchen und andere Snacks verkauft).

Studienablauf

Den Stundenplan hat man selbst online zusammengestellt. Anfangs im 1. Semester hatte ich damit ziemlichen Stress da für mich einige wichtige Module, die ich belegen musste um mein Studium in Regelstudienzeit abzuschließen, schon voll waren. Durch ausdrauerndes belagern und nerven der Mitarbeiter im international office konnte ich nach und nach bürokratische Schlupflöcher ausmachen und durchsetzen, alle meine gewünschten Module am Ende belegen zu können. Teilweise durfte ich erst Wochen nach Semesterbeginn in die Module einsteigen was dann stressig war, da ich eine Menge Stoff nachholen musste. Das international office hätte mir viel Ã"rger ersparen können, wenn sie mir gleich die bürokratischen Schlupflöcher genannt hätten und ich nicht wochenlang von office zu office hätte laufen müssen... Im 1. Semester gab es einen Sprachkurs, im 2. Semester nicht mehr und ich habe mir privaten Sprachunterricht genommen.

Familienfreundlichkeit

Familienfreundlichkeit ist dort ein Fremdwort. Man wird mit Kind teilweise angestarrt wie ein Außerirdischer oder bemitleidet. In einigen Fächern gab es beispielsweise Punkte auf die Anwesendheit. Auch wenn man krankheitsbedingt, wie ich durch die Geburt, ein paar Mal gefehlt hat, wurden einem Punkte abgezogen. So habe ich beispielsweise in einem Fach auf alle Prüfungsleistungen die Note 1 bekommen und weil ich ein paarmal (entschuldigt!) gefehlt habe, dafür eine Note 6 eingetragen bekommen und am Ende eine Note 2.7 bekommen. Ich denke ich hätte mich auch beschweren können, aber mit Neugeborenem fehlten mir hierzu die Nerven. Andererseits gab es auch Dozenten oder Mitarbeiter auf dem Campus die sehr zuvorkommend und verständnisvoll waren. Das hing dann vom Glück bzw. Pech ab.

Tagesablauf

Ich habe gleich am Campus gewohnt und bin zwischen unserer Wohnung und den Seminarräumen hin und her gedüst. An Freizeitgestaltung gab es Spaziergänge in den Orangenfeldern oder am Meer.

Freizeit

Ich bin mit Baby 1x wöchentlich zum Musikunterricht (für mich). Eine Stillgruppe war leider zu weit weg, in Valencia. In Valencia hätte es sehr interessante Angebote für frischgebackene Mütter gegeben (z.b. Rückbildungsgymnastik), aber die Fahrt dorthin war zu umständlich (1.5h Fahrtzeit) und teuer (rund 12€ hin und zurück) Das Freizeitprogramm der Hochschule für die Gaststudis bestand vorallem aus organisierten Saufabenden bzw. Sauffahrten in benachbarte Orte. Also nichts für Schwangere oder junge Eltern..

Resümee

Meine Ziel Verbesserung der Sprachkenntnisse und Besuch interessanter Module konnte ich wie geplant erreichen. Gandia ist nur ein sehr kleiner Ort mit hoher Arbeitslosigkeit (ca 0 Industrie, dafür ist in jedem 2. Haus ein Immobilienbüro oder ein Reisebüro) und wenig Freizeitangeboten, außer dem schönen Meer. Im Nachhinein würde ich aus Rücksicht auf meinen Partner lieber an einen größeren Ort gehen in dem er Leute mit ähnlichen Interessen treffen kann und vielleicht in ein Land, dessen Sprache er spricht. Womit ich nicht gerechnet habe war die im Gegensatz zu in Deutschland sehr schlechte Betreuung für Schwangerschaft und Geburt. Im vorhinein war es mir nicht möglich ausreichend Informationen zu diesem Thema zu finden und ich bin davon ausgegangen, dass das EU-weit ähnlich gehandhabt wird. Die medizinsche Versorgung war ein Albtraum und ich konnte das nur dadurch abmildern, dass ich privat eine Hebamme gezahlt habe. Hierfür habe ich rund 1700€ nur für die Betreuung während der Geburt bezahlt. Vorsorge oder Nachsorge hatte ich aus Geldmangel kaum. Das hätte mein Leben leichter gemacht. Im Nachhinein würde ich jedes Geld der Welt für eine gute Hebamme zahlen bzw. nur dort hingehen, wo eine gute Hebamme sicher und erschwinglich ist. Nach einem langen Streit mit meiner Krankenkasse wurden mir rund 600€ erstattet.

Informationen Familienbild

Studieren mit Kind schien dort gänzlich unbekannt. Ich habe keine Studierende mit Kind gefunden. Meine Schwangerschaft hat einige schockiert. Die Leute waren größtenteils sehr nett.

Empfehlungen

Ein Partner der einem den Rücken freihält bzw. ein Aupair oder eine Oma ist natürlich gold wert. Ich würde mich wieder für ein Auslandssemester entscheiden und plane das auch für mein Masterstudium :-)

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