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Ganz andere Vorstellungen vom Land

Bettina war mit Sohn in Zürich

Name
Bettina
Nationalität
deutsch
Land
Deutschland
Sprache
Deutsch
Stadt
Leipzig
Heimathochschule
Universität Leipzig
Studiengang
Journalismus
Abschluss
Diplom
Status
Student/in
Zeitraum
01.02.2007 - 31.08.2007
Kinder
Sohn (3)
Land
Schweiz
Sprache
Deutsch
Stadt
Zürich
Hochschule
Universität Zürich
Anlass der Reise
Auslandserfahrungen sammeln
Sonstiges, und zwar
Interesse und Neugier
Kriterien
private Gründe (ein Familienmitglied lebte zu der Zeit in der Schweiz)
Ansprechpartner vor Ort
Abteilung Internationale Beziehungen, Universität Zürich
Strasse
Rämistraße 71
PLZ
8006
Ort
Zürich
Land
Schweiz
Telefon
+41 44 634 41 57
E-Mail
international@int.uzh.ch
Wie sind Sie ins Ausland gegangen?
als Free Mover
Mobilitätsprogramm
Erasmus Studium
Dokumente
Auslandskrankenversicherung , Learning Agreement , Kinderausweis(e) , Einschreibungen / Zulassungen für Gasthochschule , Empfehlungsschreiben / Motivationsschreiben
Wohnsituation

Hier bin ich nicht repräsentativ, da ich bei einem Familienangehörigen gelebt habe, der zu dem Zeitpunkt in Zürich lebte. Ansonsten weiß ich, dass die Wohnungssuche nicht sehr schwer ist, Wohnungen aber im Vergleich zu Deutschland teuer sind.

Kinderbetreuung Kriterien

In der Schweiz ist Kinderbetreuung rar gesät, da dort die meisten Frauen zu Hause bleiben. Die Uni Zürich bietet Kinderbetreuung für ihre Angehörigen (also auch Studenten). Da wir nur ein halbes Jahr blieben, war es nicht sehr schwer, dort einen Platz zu bekommen. Ich hatte keine Erwartungen an die Kinderbetreuung, war aber positiv überrascht. Die Kinderbetreuung in der Schweiz ist qualitativ sehr viel hochwertiger als ich es aus Deutschland gewohnt war. Besonders der optimale Betreuungsschlüssel fiel mir auf. In der Kita meines Sohnes wurden 12 Kinder betreut und es wurde bereits viel in Richtung Vorschule gemacht. Zu der Zeit war er erst 3 und damit der Jüngste, und er hat davon sehr profitiert.

Kinderbetreuung Situation

Es gibt nicht viele Betreuungsstellen, da der Bedarf nicht da ist. Das, was es gibt ist sehr hochwertig, aber auch sehr kostenintensiv. Unsere Kita hatte jeden Tag offen von 7:30 bis 18:30. Allerdings hat kaum ein Elternpaar dies genutzt, da das zu teuer werden würde. Aktuell kostet ein Tag mit einer Betreuungszeit von 11 Stunden 117 Franken AM TAG. Dies kann bei einer langen Betreuungszeit an die 2000 Franken im Monat kosten, also ca. 1500 Euro. Ich persönlich konnte von einem ermäßigten Satz profitieren, so dass die Kosten ungefähr so blieben wie in Deutschland: ca. 150 Euro im Monat.

Eindrücke des Kindes

Meinem Sohn hat es sehr gut gefallen. Er fand sehr schnell Anschluss trotz der anfänglichen Sprachhindernisse. Denn die gibt es: Schwyzerdeutsch ist - wenn es von Kinder gesprochen wird - kaum zu verstehen. Hier kann man schon von einer Fremdsprache sprechen. Dabei geholfen hat, dass der Kindergarten nur 12 Kinder hatte, es da also sehr familiär zuging, und er schnell integriert wurde. Es gab sehr schöne Aktivitäten: Naturtag, Gärtnern im eigenen Garten, Vorschule. Die Eingewöhnung ging wirklich schnell und problemlos von statten, er hatte bald Freunde und hat von der gesamten Situation (neues Land, neue Sprache, neue Freunde, neues input) sehr profitiert.

durchschnittlichen Lebenserhaltungskosten vor Ort

Krankenversicherung
54 Euro
Verpflegung
150 Euro
Verkehr
50 Euro
Studiengebühren
50 Euro
Kinderbetreuung
150 Euro
Sonstiges
100 Euro
Finanzierungsmöglichkeiten
Job einer mitgereisten Partnerin / eines mitgereisten Partners , eigener (Neben-)Job
Motivation

Ich wollte die Zeit des Studiums dafür nutzen ins Ausland zu gehen und sah in dem Fakt, dass ich ein Kind habe, kein Hindernis.

Transportmöglichkeit

Zu Beginn hat mich mein Freund mit dem Auto hingefahren. Dies hatte den Vorteil, dass wir unser Gepäck problemlos in die Schweiz bekamen. Mit dem Zug wäre dies schon umständlicher gewesen. Generell denke ich, dass das Auto das Günstigste ist, da man so Gepäck unterkriegt und auch individuell reisen kann - also mal Pausen machen kann.

Orientierung vor Ort

Meine ersten Eindrücke waren, dass die Schweiz ganz anders war, als ich es mir vorgestellt hatte. Es ist wirklich ein anderes Land. Am Anfang standen viele Behördengänge und die Eingewöhnung meines Sohnes in die Kita. Es fiel mir auf, dass ich meinem Sohn Orientierung vermitteln musste, obwohl ich selbst noch gar nicht richtig wusste, wo es lang ging. Dies war in den ersten Wochen etwas anstrengend.

Verpflegung

Dies ist mit Deutschland vergleichbar.

Studienablauf

Es gab Koordinatoren für Erasmus-Studenten, ich hatte allerdings kaum mit ihnen zu tun. Meinen Stundenplan stellte ich mir, wie damals in Deutschland auch noch üblich, selbst zusammen. Dabei achtete ich darauf, dass ich diese Veranstaltungen in Deutschland angerechnet bekommen würde. Dies geschah über einen Vertrag zwischen den ERASMUS-Fachkoordinatoren in Deutschland und der Schweiz.

Familienfreundlichkeit

In der Schweiz ist es unüblich, als Studenten schon Kinder zu haben. Man hat eher den Status von "asozial" oder "unfähig, zu verhüten." In der Schweiz ist es generell eher so, dass man "gesetzt" ist, bevor man die Dippeltour: Heirat, Hauskauf, Kinder macht. Die Kita der Universität Zürich war daher auch eher für Dozenten gedacht, konnte aber auch von Studenten genutzt werden. Sie war sehr zentral an der Uni gelegen, was den Alltag sehr erleichtert hat. Außerdem bekam ich als "Geringverdienerin" den ermäßigten Satz, der bei ca. 10 Prozent der eigentlichen Kosten lag.

Tagesablauf

Der Alltag war ähnlich wie in Deutschland: Früh fuhren wir mit der Straßenbahn oder dem Fahhrad in den Kindergarten, ich ging weiter zur Uni. Ich hatte mir den Stundenplan so zurecht gelegt, dass ich spätestens 16 h im Kindergarten sein konnte. Dann fuhren wir nach Hause und unternahmen noch etwas: Spielplatz, Zoo (der war in der Nähe), etc. Anders als in Deutschland hatte ich mir keine Nachmittagsaktivitäten wie Töpfern oder Chor gesucht.

Freizeit

Wir haben Ausflüge ins Umland gemacht, gingen in den Zoo. Außerdem hatte ich Kontakt zu einer anderen Studentin, deren Kind auch in den Kindergarten ging. Wir unternahmen öfters was mit den Kindern, wie Schwimmen.

Resümee

Mein Ziel war, dass das Semester nicht zu einer Verzögerung führen sollte. Dies konnte realisiert werden: Alle Veranstaltungen wurden anerkannt. Anderes war mir nicht wichtig. Ich hatte es auf mich zukommen lassen, was dann auch gut funktioniert hat.

Informationen Familienbild

Das Familienbild ist, wie ich schon schrieb, eher konservativ. Studierende mit Kindern gibt es kaum und sie werden auch eher schräg angeschaut ("Zu doof zum Verhüten?"). Daher ist es auch schwierig, andere Studenten mit Kindern kennen zu lernen oder andere Mütter mit Kindern. Diese haben einen ganz anderen Lebensstil: Meist jenseits der 30, gesetzt, mit Haus und Hund. Kinder werden aber gern gesehen. Müttern (es sind meist die Mütter) mit Kinderwagen wird zB problemlos in der Straßenbahn geholfen. Da muss man nicht, wie in Deutschland, jemanden fragen.

Empfehlungen

Nein, leider nicht.

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