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Stadt mit traditionell chinesischem Charakter

Margrit war mit Anna in Chengdu, Provinz Sichuan

Name
Margrit
Nationalität
deutsch
Land
Sprache
Deutsch
Stadt
Bremen
Heimathochschule
Bremen
Studiengang
Angewandte Wirtschaftssprachen und internationale Unternehmensführung
Abschluss
B.A.
Status
Student/in
Zeitraum
01.08.2007 - 31.07.2008
Kinder
Anna (4)
Partner
Mark (Student/in)
Land
China
Sprache
Chinesisch
Stadt
Chengdu, Provinz Sichuan
Hochschule
Sichuan Universität
Anlass der Reise
Studiengangsintegriertes (verpflichtendes) Auslandsstudium , Auslandserfahrungen sammeln , Sprachkenntnisse erweitern , Chancen auf dem Arbeitsmark verbessern
Kriterien
Meine Hochschule hat Kooperationen zu drei verschiedenen Universitäten in Schanghai, Peking und Chengdu. Da die Lebenskosten in Chengdu im Vergleich am niedrigsten sind und die Stadt seinen traditionell chinesischen Charakter nicht verloren hat, fiel meine Wahl auf Chengdu.
Ansprechpartner vor Ort
International Office
E-Mail
www.scu.org.cn/iohomepage/contact.htm
Wie sind Sie ins Ausland gegangen?
im Rahmen einer Hochschulkooperation
Mobilitätsprogramm
nein
Dokumente
Auslandskrankenversicherung , Learning Agreement , Studierendenvisum , Kinderausweis(e) , Reisepass , Einschreibungen / Zulassungen für Gasthochschule
Wohnsituation

Mit Unterstützung meiner Chinesisch Dozentin fand ich innerhalb eines Tages eine günstige Wohnung für umgerechnet 300 Euro monatlich. Es gibt aber zahlreiche Maklerbüros, die ebenfalls günstige Wohnungen schnell vermitteln.

Kinderbetreuung Kriterien

Meine Tochter konnte in einen der Universitätskindergärten gehen, den ansonsten nur die Kinder der Mitarbeiter besuchen. Diesen Kontakt konnte ich ebenfalls durch meine Chinesisch Dozentin herstellen. Mir war wichtig, dass meine Tochter in meiner Nähe war und ebenfalls die Landessprache Chinesisch erlernt. Außer ihr gab es keine weiteren ausländischen Kinder dort.

Kinderbetreuung Situation

Die Betreuungssituation ist sehr gut. Es gibt zahlreiche Kindergärten. Man muss dabei erwähnen, dass ausländische Kinder normalerweise keinen Zugang zu chinesischen Kindergärten haben. Dies ist nur über Kontakte möglich. Ansonsten gibt es auch internationale Kindergärten. Weiterhin gibt es Kindermädchen Ayis, die sich für ein monatliches Gehalt von circa 80 Euro täglich von morgens bis abends um die Kinder kümmern.

Eindrücke des Kindes

Nach einer etwas längeren Eingewöhnungszeit von ungefähr drei Monaten hat sich Anna gut eingelebt. Sie brauchte ein halbes Jahr um die Sprache fließend sprechen zu können. Als dieser Knoten geplatzt war, hat sie viele Freunde im Kindergarten gefunden, die sie auch bei uns Zuhause besuchten. Ihr hat es gut gefallen und der Abschied nach einem Jahr Aufenthalt fiel ihr nicht leicht.

durchschnittlichen Lebenserhaltungskosten vor Ort

Unterkunft
330 Euro
Krankenversicherung
15 Euro
Verpflegung
150 Euro
Kinderbetreuung
18 Euro
Finanzierungsmöglichkeiten
Job einer mitgereisten Partnerin / eines mitgereisten Partners , Stipendium , eigener (Neben-)Job , Elterngeld
Motivation

Aufgrund meines Studiums waren zwei Auslandssemester, ein Sprachkurs und ein anschließendes Praktikum, obligatorisch. Für mich und meinen Partner stand von Anfang an fest, dass wir zusammen nach China gehen würden und er sein Auslandssemester somit auch in China absolvieren würde. Dabei sah ich für unsere Tochter es als wertvolle Chance, ein fremdes Land mit einer komplett anderen Kultur und Sprache kennen lernen zu können, die sie im positiven Sinne geprägt hat.

Transportmöglichkeit

Flugzeug

Orientierung vor Ort

Die ersten drei Monate haben ich und meine Tochter etwas Schwierigkeiten gehabt uns an unsere neue Umgebung, an die Menschen, das Essen, die Umweltverschmutzung etc zu gewöhnen. Man muss dazu sagen, dass Chinesen sehr kinderlieb sind und wir auf der Straße alle paar Meter angesprochen wurden. Dabei ist es ganz normal, dass die Kinder ständig angefasst werden. Andererseits besteht so die Möglichkeit über den Kinderbonus auch Freundschaften knüpfen zu können, die in China besonders wichtig sind. Ohne Beziehungen kommt man hier nicht weit. Weiterhin fällt man als ausländische Familie in Chengdu schon sehr auf, da dort nur verhältnismäßig wenige Ausländer leben. Wir haben während unseres gesamten Auslandsaufenthaltes keine weitere ausländische Familie kennen gelernt. Dafür umso mehr chinesische Familien, was ich im Nachhinein als sehr positiv empfinde. Somit wurden wir komplett sinisiert.

Verpflegung

Lebensmittel bekommt man in Chengdu an jeder Ecke in Supermärkten und auf den zahlreichen Märkten. Da es sehr günstig ist Essen zu gehen und man dabei mehr Geld spart, als wenn man selber kocht, gingen wir sehr häufig in eine der zahlreichen Garküchen. Diese sind zudem wirklich lecker! Wenn man mal von den Hygiene Standards absieht. Seine deutschen Vorstellungen sollte man diesbezüglich lieber Zuhause lassen. In Chengdu isst man sehr scharf. Da Anna dies natürlich nicht gewohnt war, haben wir am Anfang das Essen in einer kleinen Schüssel mit warmem Wasser abgespühlt, damit sie es auch genießen konnte. Nach einer gewissen Zeit war aber auch dies nicht mehr nötig.

Studienablauf

Im ersten Semester in Chengdu absolvierte ich einen viermonatigen Sprachkurs an der Sichuan Universtität. Anschließend suchte ich mir eine Praktikumsstelle in einem deutschen Unternehmen, in dem sonst nur chinesische Mitarbeiter arbeiteten. Der Sprachkurs wurde mit Hilfe meiner deutschen Hochschule organisiert. Das Praktikum suchte ich mir selbst. Ich habe nach vier Monaten das Unternehmen gewechselt und arbeitete danach noch zwei Monate für ein amerikanisches Unternehmen. Bei der Praktikumssuche erhielt ich die Unterstützung meiner chinesischen Freunde.

Familienfreundlichkeit

In China gibt es grundsätzlich keine Studenten mit Kind. Chinesische Studenten, die ein Kind erwarten, müssen die Universität verlassen. Dies ist nicht gestattet. Natürlich gelten für ausländische Studierende andere Maßstäbe, aber auch hier wird man häufig kritisch betrachtet. Man muss sich einfach ein dickes Fell zulegen!

Tagesablauf

Die Kindergartenzeiten in China sind extrem arbeitnehmerfreundlich. Somit brachten wir Anna morgen s um 8.30 Uhr und konnten sie abends um 17.30 Uhr abholen. Diese Zeiten gelten für alle Kinder, somit fühlte sich Anna auch nicht benachteiligt. Den ganzen Tag gibt es ein Programm für die Kinder, welches auch Lernphasen enthält, in denen die 4-6 jährigen auf die Schule vorbereitet werden. Sport und Englischunterricht gibt es ebenfalls. Anna hat das Lernen lustigerweise Spaß gemacht. Somit hatten wir auch keine Bedenken. Sie ging gern in den Kindergarten und alle Kinder mochten sie, nicht zuletzt weil sie so anders war.

Freizeit

An den Wochenenden konnte man in einen der zahlreichen Parks besuchen, ins Museum gehen etc Ãœberall gab es so viele andere Kinder mit denen Anna spielen konnte. Zudem konnte man auch in unserem Wohnpark, in dem auch noch etliche Kinder wohnten, andere Leute zu treffen. Es gab in Chengdu, oder generell in China ein regelrechtes Ãœberangebot an Freizeitaktivitäten und man konnte nie von Langeweile sprechen.

Resümee

Ich würde immer wieder mit Kind nach China gehen. Der Auslandsaufenthalt hat unsere Familie in großem Maße geprägt und wir planen mittelfristig für unbestimmte Zeit wieder nach China (Chengdu) zu gehen um dort zu leben. Auch mit sehr kleinen Kindern ist dies möglich. China ist ein so vielfältiges Land, das soviel zu geben hat, wenn man bereit ist sich darauf einzulassen. Ich würde alles noch einmal genauso machen, wie ich es gemacht habe. Ich bin einfach froh, dass wir den Mut aufgebracht haben und die Chance genutzt haben.

Informationen Familienbild

Die Kinderfreundlichkeit der Chinesen ist beispielhaft, wenn man von der Uni und ihren Regeln mal absieht. Man sollte sich vorher schon ein kleines Beziehungsnetzwerk aufgebaut haben, auf das man im Notfall zurückgreifen kann. Dies kann im Vorfeld über Sprachpartner in Deutschland geschehen. Das ist in China unersätzlich!

Empfehlungen

Ich kann allen nur Mut zusprechen, die mit Kind nach China gehen wollen. Nutzt diese Chance und zeigt euren Kindern wie vielfältig die Welt und die einzelnen Länder sind! Solche Erfahrungen sind für Kinder und Eltern unersetzlich. Wenn ihr nach China geht ist es etwas schwierig alles schon vorher bis ins kleinste Detail geplant zu haben. Dieser Plan wird sich sowieso wieder ändern. Vertraut auf euch und eure Intuition, dass ihr schon den besten Weg für euch und eure Kinder finden werdet!

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