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Susann aus Frankfurt war mit 2 Kindern (5,3) in Kiew, Ukraine, Bericht vom 28.06.12
Name
Susann
Heimathochschule
Europa-Universität Viadrina
Stadt
Frankfurt
Land
Deutschland
Sprache
Deutsch
Studiengang an der Heimathochschule
Kulturwissenschaften
Zeitraum
04.2011 - 08.2011
Mitgereiste Familienmitglieder
3 Personen
Kinder (Alter)
Ella (5)
Lauris (3)
Partner (Status)
C (Sonstiges)
weitere Begleitpersonen
nicht ausgefüllt
Land
Ukraine
Landessprache
Ukrainisch
Stadt
Kiew
Hochschule
-
Anlass zum Auslandsstudium
Auslandserfahrungen sammeln
Sonstiges: Feldforschung für die Dissertation
Auswahlkriterien
Da ich im Rahmen meiner Dissertation über Zivilgesellschaft und Demokratisierung in der Ukraine forsche, war die Auswahl klar. Leider verfügt meine Universität über keine ausreichenden Kontakte zu ukrainischen Hochschulen, sodass der Aufenthalt unabhängig davon organisiert werden musste.
Ansprechpartner
Ansprechpartner/Institutionen
DAAD vor Ort
E-Mail
-
Zeitraum des Aufenthaltes
04.2011 - 08.2011
Mobilitätsprogramm
Dokumente
Auslandskrankenversicherung
Kinder Visa
Reisepass
Kinderausweis(e)
Sonstiges
Sonstiges: Wissenschaftsvisum; Einladungsschreiben einer deutschen Stiftung vor Ort
Wohnen
Für die erste Woche haben wir mit Hilfe einer kommerziellen Wohnungsvermittlung via Internet (üblicherweise Ferien- oder Geschäftsreisewohnungen) eine kleine möblierte Wohnung als "Startbasis" gefunden. Da diese Wohnung aber auf die Dauer zu klein und auch viel zu teuer geworden wäre, suchten wir dann von hier aus & vor Ort weiter. Der Wohnungsmarkt in Kiew ist üblicherweise extrem dynamisch, d.h. man besichtigt eine Wohnung und kann 2-3 Tage später einziehen. Nach 6 Tagen sind wir dann in unsere "richtige" Wohnung gezogen (ebenfalls möbliert, etwas größer und nicht mitten im Zentrum).
Kinderbetreuung/Schule:
In Kiew gibt es eine deutsche Schule und daran angebunden auch einen deutschen Kindergarten. Da klar war, dass wir nur wenige Monate bleiben werden, wollten wir unsere Kinder in einer sprachlich vertrauten Umgebung betreuen lassen und haben uns daher schon ca. 3 Monate vor der Anreise im deutschen Kindergarten angemeldet.
Betreungszeiten der Dt. Kita waren sehr gut; unsere Kinder waren von 8:30 Uhr bis 17:00 Uhr dort (früher wäre auch möglich gewesen). Die Kosten waren ziemlich hoch: 450,-€ pro Kind und Monat.
Den Kindern hat es in der Ukraine sehr gut gefallen, auch wenn sie mit der Kita in den drei Monaten, die sie dort waren, nicht wirklich "warm geworden" sind. Außerhalb der Kita war das Leben in der Ukraine für die Kinder sehr interessant, sie haben unzählige neue Eindrücke gesammelt und sind noch immer sehr von manchen Dingen sehr beeindruckt - z.B. Metro fahren, Reisen, Einkaufen auf dem Markt, ...
Kosten im Monat
Unterkunft
720,00 Euro
Krankenversicherung
130,00 Euro
sonst. Versicherungen
nicht ausgefüllt
Essen und Trinken
800,00 Euro
öffentl. Verkehrsmittel bzw. Sprit
nicht ausgefüllt
Studiengebühren
nicht ausgefüllt
Sprachschule
500,00 Euro
Kinderbetreuungskosten
900,00 Euro
Schulgeld/-gebühren
nicht ausgefüllt
Sonstige Ausgaben
nicht ausgefüllt
Gesamtausgaben
3050,00 Euro
Finanzierung
Kindergeld
Elterngeld
eigener (Neben-)Job
Erspartes
Job des mitgereisten Partners
Durchschnittliches monatliches Einkommen während des Auslandsaufenthalts
nicht ausgefüllt
Motivation
Die Feldforschung für die Diss erforderte absehbar mehr Zeit als nur einige Wochen, daher kam eine so lange Trennung von der Familie für mich/uns überhaupt nicht in Frage. Darüber hinaus waren wir alle neugierig und gespannt darauf, ein paar Monate als Familie im Ausland zu leben.
Reisemöglichkeiten
per Bahn - es gibt einen super Nachtzug von Berlin nach Kiew, Fahrtzeit ca. 24 Std., und schon die Anreise ist für die Kinder ein großartiges Erlebnis!
Meine Eindrücke
Unser Start in Kiew war ziemlich holprig, da unser Sohn noch im Nachtzug eine heftige Bronchitis mit sehr hohem Fieber bekam. Vor Ort erwies es sich dann als extrem hilfreich, dass aus dem Umfeld der deutschen Botschaft mal eine kleine Broschüre mit "Überlebenstipps" zusammengestellt worden ist, in der Hinweise zu medizinischer Versorgung, Notfällen, aber auch Verkehrsmittenutzung, Mieten, Telefonieren bis hin zu Ausflugsmöglichkeiten mit Kindern zusammengestellt worden ist. So führte einer unserer ersten Wege zu der sehr guten Vertrauensärztin der Botschaft, und nach einigen Tagen konnten wir entlang dieses "Leitfadens" unseren Alltag organisieren. Die Wohnungssuche war vergleichsweise unkompliziert und schnell (s.o.). Uns war es wichtig, in der Nähe der Kita und nicht allzuweit entfernt vom Zentrum zu wohnen. Von unserer ersten "Ferienwohnung" aus konnten wir dann in Ruhe suchen (und sind innerhalb von 2 Tagen fündig geworden). Die Kita-Eingewöhnung verlief schwieriger; unsere Kinder waren wohl doch mehr verunsichert als gedacht und wollten das neue Umfeld der Kita nicht so gern annehmen, sondern lieber tagsüber bei uns bleiben. Die nach 2 Wochen beginnenden Osterferien haben die Eingewöhnung nicht gerade erleichtert. Insgesamt haben wir ca. 2 Wochen gebraucht, um wirklich "anzukommen" und zu einem geregelten Alltag zu finden.
Verpflegung
Insgesamt ist die Verpflegungssituation sehr gut - gerade wenn man auf Märkten einkauft, kann man sich & die Kinder gesund und preiswert ernähren. Alle mittelgroßen Supermärte führen auch westliche Marken, die Drogeriekette Watson's verkauft Produkte der Rossmann-Eigenmarken (auch Kinderpflegezeug). Ukrainische Lebensmittel (v.a. unzählige Joghurt- und Milchsorten) sind überall zu Normalpreisen zu haben; wirklich billiger als in Dtl. sind Lebensmittel allerdings nicht unbedingt. Leitungswasser sollte keinesfalls getrunken werden, es gibt aber in Kiew viele öffentliche Trinkwasserbrunnen mit Pumpen, wo man Kanister kostenlos auffüllen kann. Das ist eine preiswerte Alternative zu den auf Dauer teuren Wasserkanistern aus dem Supermarkt bzw. vom Lieferdienst. Für Vegetarierfamilien sind ukrainische oder russische Sprachkenntnisse zwingend notwendig, da in der Ukraine sehr viel Fleisch gegessen & verarbeitet wird. Verständnis für fleischlose Ernährung sollte man nicht erwarten (im Zweifelsfall: Hinweis auf die "ärztliche Verordnung", aus Gesundheitsgründen kein Fleisch essen zu dürfen). Umso wichtiger ist es, dass man nachfragen kann, was in Gerichten drin steckt bzw. dass man Zutaten auf Verpackungen lesen kann, um versteckte tierische Produkte (Gelatine im Joghurt u.ä.) zu finden.
Studienablauf
Da ich "nur" zur Feldforschung vor Ort war und an keine Uni angebunden war, suchte ich mir einen Sprachkurs in einer privaten Sprachschule.
Tagesablauf
nicht ausgefüllt
kurzes Resümee des Auslandsstudiums
Die knapp 5 Monate in der Ukraine waren für uns alle eine große Bereicherung, die wir keinesfalls missen möchten. Der Alltag in einem anderen Land, einer anderen Kultur und einer fremden Sprache war für die Kinder (und uns alle) interessant und immer ein Anlass, zu vergleichen: Was machen wir anders, was fällt uns besonderes auf? Was fehlt vielleicht in einem Land, was im anderen selbstverständlich ist? Für meine Forschung hat der Aufenthalt sehr viele wertvolle Daten eingebracht, deren Erhebung spannend war und mit dem Familienleben sehr kompatibel, da ich mir Termine und Zeiten relativ frei einteilen konnte. Der Punkt "Kita im Ausland" war der wohl problematischste - hier hätten wir später anfangen und die Kinder vielleicht mehr "ankommen" lassen sollen. Dem stand entgegen, dass ich mit der Forschung zügig beginnen wollte und mein Mann freiberuflich tätig ist. Hier mehr Zeit für die Kinder einzuplanen, wäre vielleicht besser gewesen.
Information zum Familienbild im Gastland
Ukrainer sind grundsätzlich sehr kinderfreundlich, was man z.B. daran merkt, dass man in jeder noch so vollen Metro oder im Bus garantiert immer einen Sitzplatz angeboten bekommt, wenn man Kinder dabei hat. Leider überträgt sich diese Kinderfreundlichkeit nicht auf die Infrastruktur, sodass Fußwege z.T. unsicher (eng oder von Autos befahren) und die Spielplätze manchmal in bedenklichem Zustand sind. Mit Kinderwagen dürfte es extrem anstrengend sein, weil man überall auf Treppen oder Rolltreppen trifft (Straßenunterführungen, Metroeingang etc.), aber es fast keine Aufzüge gibt. Dennoch ist die Ukraine insgesamt gut für einen Aufenthalt mit Kindern geeignet, wenn man ein bißchen Reiseerfahrung mit Kindern hat, improvisieren kann und aufmerksam ist.
Empfehlungen und Hinweise für andere CampusEltern
Mit der Planung (v.a. Kinderbetreuung & Finanzen) sollte man 1,5 Jahre zuvor langsam anfangen. Gut ist es, im Vorfeld Kontakte zur deutschen Botschaft im Land, zum DAAD an der Partnerhochschule und ggf. auch zu einer der deutschen politischen Stiftungen vor Ort aufzunehmen. Gerade letztere sind oft sehr gut vernetzt und können bei vielen Fragen weiterhelfen bzw. -vermitteln.
KONTAKT:
www.auslandsstudium-mit-kind.de