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Sarah Lena aus Berlin war mit Lina (1) in La Rochelle, Frankreich, Bericht vom 05.05.12
Name
Sarah Lena
Heimathochschule
EBC Hochschule Berlin
Stadt
Berlin
Land
Deutschland
Sprache
Deutsch
Studiengang an der Heimathochschule
Tourismus & Eventmanagement
Zeitraum
01.2012 - 04.2012
Mitgereiste Familienmitglieder
1 Personen
Kinder (Alter)
Lina (1)
Partner (Status)
nicht ausgefüllt ()
weitere Begleitpersonen
nicht ausgefüllt
Land
Frankreich
Landessprache
Französisch
Stadt
La Rochelle
Hochschule
Sup de Co La Rochelle
Anlass zum Auslandsstudium
Auswahlkriterien
- Partnerhochschule der Heimathochschule und daher ERASMUS gefördert - Zusage zur Unterstützung bei der Studienorganisation mit Kind
Ansprechpartner
Ansprechpartner/Institutionen
Verantwortliche für ausländische Studenten
E-Mail
nicht ausgefüllt
Zeitraum des Aufenthaltes
01.2012 - 04.2012
Mobilitätsprogramm
mit dem Programm: Erasmus
Dokumente
Auslandskrankenversicherung
Letter of Agreement
Einschreibungen/ Zulassung für Gasthochschule
Kinderausweis(e)
Wohnen
Da ich für die Anmeldung für einen Kindergarten einen Wohnsitz vor Ort angeben musste, war ich gezwungen, bereits über 6 Monate im Voraus eine Wohnung zu suchen. Da der Wohnungsmarkt in La Rochelle sehr studentisch und touristisch geprägt ist, war es schwierig eine angemessene Wohnung so weit im Voraus zu finden. Gefunden habe ich das Studio schließlich über eine französische Kleinanzeigenseite (leboncoin.fr) wo ich eine Anzeige aufgegeben habe. Allgemein sind die Wohnungen in La Rochelle recht teuer.
Kinderbetreuung/Schule:
Meine Tochter ist vorher in Berlin schon in eine Krippe gegangen, in der sie sich sehr wohl gefühlt hat. Leider waren alle Kindergartenplätze belegt, sodass wir auf eine Tagesmutter ausweichen mussten. Eine Wahl hatten wir dabei nicht wirklich aber das war nicht weiter schlimm, weil die einzige Tagesmutter mit einem freien Platz direkt neben der Uni wohnte und sehr nett war. Lina hat sich auch sofort wohl gefühlt. Der einzige Haken an der Sache war, dass die "Nounou" nicht kochte und ich daher jeden Tag vorausschauend einkaufen und kochen musste, um meiner Tochter alle (!) Mahlzeiten für den Tag mitgeben zu können.
Wie bereits beschrieben stellt sich die Betreuungssituation fast ebenso schwierig wie in Deutschland dar, wobei es sein kann, dass wir einfach nur ein bisschen Pech hatten. Die Tagesmutter war recht flexibel und hat wochentags frühestens ab 8:00 bis spätestens 18:30 gearbeitet. Allerdings bestand sie auf mindestens 8 Stunden pro Tag (auf dem Papier). Wenn man die Betreuungskosten für einen Ganztagsplatz als Studentin ohne Einkommen aus Berlin gewöhnt ist, kommen einem die Kosten ganz schön happig vor: circa 550- 600 € Gehalt (Lohn + Tagespauschale für Unterhalt also Wasser usw.) Ich musste zusätzlich die Sozialabgaben (440 €) meiner Tagesmutter selber zahlen, da man als Eltern in Frankreich zum Arbeitgeber wird. Zudem hatte ich keinen Anspruch auf die "normale" Hilfe ("complément de libre choix du mode de garde"), weil ich noch das Kindergeld aus Deutschland bezogen habe. Ich habe dafür eine Hilfe zu den Betreuungskosten bekommen, die sich "allocations differentielles" nennt und trimesterweise unter Berücksichtigung der ausländischen Zahlungen gezahlt werden. Wieviel das insgesamt ist, steht momentan (Mai) noch nicht fest, mindestens aber in Höhe der Sozialabgaben.
Meine Tochter ist es schon von klein auf gewöhnt gewesen regelmäßig die Umgebung zu wechseln. Ich denke, dass dieser Aspekt dazu beigetragen hat, dass es ihr sehr gut gefallen hat und größere Schwierigkeiten ausblieben. Sprachlich war es für sie sicher eine Herausforderung aber nach kurzer Zeit hat die Tagesmutter mir bereits erzählt, dass Lina (einfache) Anweisungen und Sätze auf französisch versteht.
Kosten im Monat
Unterkunft
460,00 Euro
Krankenversicherung
10,00 Euro
sonst. Versicherungen
4,00 Euro
Essen und Trinken
250,00 Euro
öffentl. Verkehrsmittel bzw. Sprit
20,00 Euro
Studiengebühren
nicht ausgefüllt
Sprachschule
nicht ausgefüllt
Kinderbetreuungskosten
nicht ausgefüllt
Schulgeld/-gebühren
nicht ausgefüllt
Sonstige Ausgaben
,00 Euro
Gesamtausgaben
894,00 Euro
Finanzierung
Erspartes
Durchschnittliches monatliches Einkommen während des Auslandsaufenthalts
1600,00 Euro
Motivation
Das Auslandssemester ist obligatorisch in meinem Studiengang. Die grundlegende Motivation war also die Pflicht. Aber mir war gleich klar, dass ich dieses Auslandssemester trotzdem oder gerade deshalb mit Kind absolvieren werde. Wir hatten als Familie auch darüber nachgedacht, gemeinsam zu gehen und eventuell sogar länger als ein Semester zu bleiben, aber leider hat die berufliche Situation meines Partners das nicht zugelassen. Er hat uns mit dem Auto nach Frankreich gebracht, zwischendurch besucht und am Ende mit dem Auto wieder abgeholt.
Reisemöglichkeiten
Meiner Meinung nach ist es auf jeden Fall ratsam mit dem Auto anzureisen, solange die Strecke nicht zu lang ist. Wir sind über Nacht gefahren und haben die circa 15 Stunden so im Schlaf (unserer Tochter) hinter uns gebracht. Im Flugzeug und auch mit der Bahn hätte ich niemals alles Nötige mitbekommen (Reisebett, Hochstuhl, Pampers-Vorrat, Kindergeschirr u.a.) Vor Ort konnten wir super ohne Auto auskommen, da das Busnetz sehr gut ausgebaut ist. Zusätzlich hatte ich von der Uni ein Fahrrad geliehen. Kindersitze sind mit 35 € viel günstiger als in Deutschland und so waren wir recht mobil. Bei unseren Reisen innerhalb Frankreichs sind wir mit der Bahn gefahren. Es ist ratsam, schnell eine "Carte 25" bei der sncf zu beantragen, die zwar ca 50 € kostet, aber schnell riesige Ersparnisse bei den Bahnfahrten ermöglicht.
Meine Eindrücke
Leider hatten wir keine wirkliche Eingewöhnungsphase, weil meine Prüfungssphase an der Heimathochschule erst vier Tage vor Beginn des Auslandsstudiums endete. Also ging es gleich mit vollem Programm los. Zu Beginn waren die französischen Kommilitonen recht zurückhaltend, das wurde aber mit der Zeit besser. Während des gesamten Aufenthaltes ging es mir so, dass ich das Gefühl hatte, man hatte es entweder mit netten, kinderlieben und verständnisvollen Franzosen zu tun, oder mit solchen, die einen beim ersten nicht perfekten französischen Satz garnicht erst für voll nehmen wollen. La Rochelle hat uns wirklich sehr gut gefallen und wir kannten uns schnell besser aus als die französischen Studenten. Im Nachhinein bin ich sogar froh, dass wir im Winter und im Frühjahr dort waren. Ab Ostern mutierte der gesamte Ort quasi zu eine Touristenhochburg..
Verpflegung
Erfahrungsgemäß ist es ratsam, Windeln auf Vorrat mitzubringen da diese in Frankreich unheimlich teuer sind. Meine Tochter hat sonst keinerlei besondere Nahrung mehr gebraucht, sodass wir ohne Probleme im Supermarkt und auf dem tollen Markt einkaufen konnten. Das Preisniveau ist allgemein etwas höher als in Deutschland, wobei wir auch immer gut und gesund gegessen haben.
Studienablauf
Der Stundenplan war nicht veränderbar und sehr unangepasst an den Alltag und das Leben mit einem Kind. Unregelmäßige und späte Unizeiten (bis 20:00), sowie häufig kurzfristige Änderungen des Stundenplans brachten mich ab und zu ganz schön aus dem Konzept. Glücklicherweise war unsere Tagesmutter da recht flexibel. Einen Sprachkurs habe ich nicht belegt, da mein Sprachniveau zu Beginn bereits relativ gut war und ich so mehr Zeit zum Nach-/ Vorarbeiten bzw. für meine Tochter hatte. Meine Ansprechpartnerin an der Hochschule hatte immer ein offenes Ohr bei Fragen oder Schwierigkeiten, jedoch kannte sie sich beispielsweise bei den Leistungen der CAF (Familienkasse) überhaupt nicht aus. Zwischendurch hatten wir zwei mal eine komplette Woche frei. Dies ermöglichte mir einerseits die Region und andere Städte zu erkunden, andererseits denke ich aber, dass es für den Semesterablauf negative Auswirkungen hat, wenn es dauernd Unterbrechungen gibt.
Tagesablauf
Da der Stundenplan so unregelmäßig war, variierten unsere Tagesabläufe stark zwischen frühem Aufstehen (7:50 Tagesmutter- 8:00 Uni) und gemütlichem Ausschlafen ( 10:00 Tagesmutter 11:15/ 13:30/ 15:00 Uni) Meistens habe ich Lina jedoch um 16:00 abgeholt. Je nach Wetter und Laune waren wir dann noch auf dem Spielplatz oder am Strand, haben eingekauft, etwas mit Freunden unternommen, .. Die größte Schwierigkeit während des gesamten Aufenthaltes bestand für mich eigentlich darin, dass wir nur ein Zimmer in unserem Studio hatten. Oft musste ich ewig warten, bis meine Tochter eingeschlafen war, um noch arbeiten zu können oder etwas für mich machen zu können. Wir mussten häufig bei der CAF vorbei, was kein Spass ist.
kurzes Resümee des Auslandsstudiums
Rückblickend bin ich sehr froh und stolz, dass ich mit meiner Tochter diese intensive Erfahrung gemacht habe. Wir hätten sicher noch mehr Erfahrungen machen können während des Auslandsaufenthaltes, aber es ist eben auch eine große Belastung für alles alleine verantwortlich zu sein, weshalb ich zufrieden bin, so wie es abgelaufen ist.
Information zum Familienbild im Gastland
Wie schon beschrieben gibt es solche und solche Franzosen. Generell ist die Hilfsbereitschaft und die Kinderfreundlichkeit dennoch eher positiv. Vielleicht liegt das auch daran, dass französische Familien selten nur ein Kind haben. Bezüglich der Tatsache dass ich mit Kind studiere habe ich nie negative Reaktionen erlebt, höchstens Erstaunen im positiven Sinne.
Empfehlungen und Hinweise für andere CampusEltern
nicht ausgefüllt
KONTAKT:
www.auslandsstudium-mit-kind.de