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Rabea aus Bonn war mit Lelia (4) in Valencia, Spanien, Bericht vom 10.04.12
Name
Rabea
Heimathochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Stadt
Bonn
Land
Deutschland
Sprache
Deutsch
Studiengang an der Heimathochschule
Romanistik, Philosophie
Zeitraum
08.2010 - 01.2011
Mitgereiste Familienmitglieder
1 Personen
Kinder (Alter)
Lelia (4)
Partner (Status)
nicht ausgefüllt ()
weitere Begleitpersonen
nicht ausgefüllt
Land
Spanien
Landessprache
Spanisch
Stadt
Valencia
Hochschule
Universitat Valencia
Anlass zum Auslandsstudium
Auslandserfahrungen sammeln
Sprachkenntnisse erweitern
Auswahlkriterien
Ich wollte gerne nach Spanien um meine Sprachkenntnisse zu verbessern und neue Kultur- und Lebenserfahrungen zu sammeln. In Valencia gibt es eine deutsche Schule mit einer angegliederten Kita, die meine Tochter aufgenommen hat. Deswegen und weil es eine wirklich schöne und recht familienfreundliche Stadt mit vielen Freizeitgestaltungsmöglichkeiten für Kinder ist, habe ich mich für Valencia entscheiden.
Ansprechpartner
Ansprechpartner/Institutionen
Das International Office der Universitat Valencia
E-Mail
nicht ausgefüllt
Zeitraum des Aufenthaltes
08.2010 - 01.2011
Mobilitätsprogramm
mit dem Programm: Erasmus
Dokumente
Einschreibungen/ Zulassung für Gasthochschule
Empfehlungsschreiben/ Motivationsschreiben
Kinderausweis(e)
Wohnen
Generell ist es nicht schwierig eine Wohnung in Valencia zu finden. Mein Budget war allerdings sehr begrenzt, sodass ich nach einer WG gesucht habe. Der Vorteil dabei ist auch, dass man sich nicht selbst um Gebühren, Strom etc. kümmern muss. Ich habe über das Internet gesucht und mir bereits aus Deutschland einige Wohnungsbesichtigungen organisiert. Es gibt allerdings nicht viele Mitbewohner, die es sich vorstellen können mit Kind zu wohnen. Ich hatte Glück und habe eine WG mit einer Studentin aus Schottland gefunden mit der ich und meine Tochter wirklich super auskamen.
Kinderbetreuung/Schule:
Ich wollte vor allem eine deutschsprachige Betreuung, da meine Tochter schon vier Jahre alt war, sich also immer sprachlich verständigen können musste. Außerdem wollte ich, dass sie Kinder in ihrem Alter um sich hat. So kamen eigentlich nur die Kitas der deutschen Schulen in Spanien in Frage.
Die Betreuung in der Kita der deutschen Schule war ganz ähnlich wie meine Tochter es aus Deutschland gewohnt war. Sie fühlte sich schnell wohl dort und konnte dort auch zu Mittag essen. Allerdings war der Platz dort sehr teuer. Die Schulgebühren erfährt man auf den Internetseiten der Schulen. Mit mind. 300 Euro monatlich ist zu rechnen- nach langem Verhandeln. Außerdem lag der Preis für die Mittagsverpflegung bei 4 Euro pro Tag. Es ist aber nicht unüblich, die Kinder über Mittag abzuholen um mit ihnen zu essen und sie nach der "Siesta" wieder in die Kita/Schule zu bringen.
Anfangs war es wirklich schwierig für meine Tochter. Vor allem dass sie von ihren Freunden und ihrem Vater getrennt war, machte ihr zu schaffen. Dazu kam, dass sie ja die Sprache nicht kannte und es sie häufig traurig oder wütend gemacht hat, wenn ich mich auf spanisch mit anderen unterhielt. Dass sie in der Kita Kinder um sich hatte, die deutsch gesprochen haben, hat sehr geholfen. Sehr viel leichter wurde es, als sie Besuch aus Deutschland bekam und sie dann zeigen konnte, wen sie schon kannte und wo sie gerne hin ging. Am Ende viel es auch ihr schon ein wenig schwer wieder zu gehen.
Kosten im Monat
Unterkunft
450,00 Euro
Krankenversicherung
nicht ausgefüllt
sonst. Versicherungen
nicht ausgefüllt
Essen und Trinken
300,00 Euro
öffentl. Verkehrsmittel bzw. Sprit
30,00 Euro
Studiengebühren
nicht ausgefüllt
Sprachschule
nicht ausgefüllt
Kinderbetreuungskosten
350,00 Euro
Schulgeld/-gebühren
nicht ausgefüllt
Sonstige Ausgaben
,00 Euro
Gesamtausgaben
1230,00 Euro
Finanzierung
Unterhalt
eigener (Neben-)Job
Erspartes
Job des mitgereisten Partners
Erasmushöchstsatz+ Kinderbetreuungspauschale
Durchschnittliches monatliches Einkommen während des Auslandsaufenthalts
900,00 Euro
Motivation
Ich bin sehr jung, noch während der Schulzeit, Mutter geworden und war vorher nicht länger als 2 Monate im Ausland gewesen. Ich wollte mir sicherlich auch beweisen, dass ich das schaffe, dass man auch mit Kind all die tollen Sachen erleben kann, die die Studienzeit einem bietet. Außerdem studiere ich Romanisitk und wollte meine Sprachkenntnisse erweitern und das Land und die kulturellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede kennenlernen und nochmal sehen, wie es ist, aus dem gewohnten Umfeld herauszukommen und sich auf was Neues einzulassen.
Reisemöglichkeiten
Wir sind mit dem Flugzeug nach Spanien gereist. Ein Auto ist sicher auch praktisch, aber dafür war bei uns leider kein Geld übrig. In Valencia selbst braucht man aber auch keins - wir haben uns gebrauchte Fahrräder gekauft und sind damit und mit der Bahn gut rumgekommen und konnten sie am Ende wieder weiterverkaufen. Als meine Eltern uns besuchen kamen, haben wir ein Auto gemietet und sind ein paar Tage durch´s Land gefahren. Das Mieten des Wagens ist übrigens billiger, wenn man es über deutsche Anbieter (Internet) macht!
Meine Eindrücke
Ich bin eine Woche vor meiner Tochter nach Valencia geflogen um mir die Wohnungen anzusehen und mich besser orientieren und organisieren zu können. Das war wirklich gut, denn so konnte ich meiner Tochter viel Organisationsarbeit ersparen und hatte schon ein kleines Programm vorbereitet für ihre ersten Tage in Spanien um ihr Interesse am Land und ihre Lust darauf zu steigern. Das hat gut geklappt. Das Wichtigste war bei uns, dass ich mir viel Zeit für sie nehmen konnte, denn sie war anfangs doch sehr überfordert mit der Situation. Da war es auch gut, dass ihr Vater noch dabei war. Der konnte leider nicht bleiben, so dass ich danach sehr viel und sehr intensiv Zeit mit ihr verbracht habe, was zwar anstrengend ist, weil man so viel zu tun hat, aber ja auch mal gut tut und ehrlich gesagt im Alltagsunistress in Deutschland oft zu kurz kommt.
Verpflegung
nicht ausgefüllt
Studienablauf
Ich habe nur wenige reguläre Kurse der Uni besucht, aber das Weiterkommen im Studienverlauf war auch nicht mein Hauptziel dieses Semesters. Die Kurse, an denen ich teilgenommen habe, waren im Niveau angemessen. Eine wirkliche Begleitung oder Betreuung an der Gasthochschule gab es eigentlich nicht. Es gab lediglich zwei Pflichtveranstaltungen, an denen wir über die Erstellung des Stundenplans informiert wurden. Das war soweit auch alles in Ordnung. Bei Fragen muss man sich halt immer erst durchfragen zum "Zuständigen", was natürlich sehr nervig ist, wenn man (wie immer mit Kind) unter Zeitdruck steht. Aber wenn man sich die "spanische Gelassenheit" erst mal antrainiert hat, klappt das alles. Der Sprachkurs, der ebenfalls von der Uni angeboten wurde, hat mir gut gefallen und mir viel geholfen.
Tagesablauf
Wir haben den Tag ähnlich strukturiert wie zu Hause in Deutschland. Meine Tochter war morgens in der Kita und ich habe sie mittags entweder abgeholt oder sie hat dort gegessen. Zweimal in der Woche konnte sie nachmittags an einer AG teilnehmen. Ich war dann normalerweise in der Uni. Nachmittags haben wir meist erst noch Besorgungen erledigt und dann etwas unternommen: Ans Meer fahren, in den Park gehen, mit anderen Familien aus der Kita treffen. Abends hatte Lelia manchmal Heimweh. Dann haben wir zusammen gelesen und gespielt und natürlich viel gekuschelt. Nähe war da sehr wichtig, bei allem was sie vermisst hat.
kurzes Resümee des Auslandsstudiums
Ich bin sehr froh, dass ich den Schritt nach Spanien mit Kind gewagt habe. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte man natürlich mit dem Partner fahren, aber auch allein mit Kind ist das machbar und die Mühen wert. Es ist sicher auch hilfreich, wenn man danach wieder nach Hause zurück kann und wieder weitermachen kann, wie zuvor. Für meine Tochter war es z.B. sehr gut, dass sie wieder in ihre alte Kita gehen konnte und wir wieder in der alten Wohnung waren, so dass sie sich nicht noch einmal an etwas ganz Neues gewöhnen musste.
Information zum Familienbild im Gastland
Wie gesagt: Das studieren mit Kind ist in Spanien unüblich. Kinder schienen mir aber fast immer und überall willkommen zu sein und entsprechend stellen sich die meisten Dozenten schnell auf diese Situation ein. Wo es Probleme gab, habe ich schnell Leute gefunden, die sich für mich eingesetzt haben, vor allem im International Office der Uni Valencia. Was für uns ein wenig komisch war am Anfang, ist dass meine Tochter ständig angesprochen wurde, wenn wir draußen waren und ihr immer wieder über den Kopf gestrichen wurde. Die Spanierinnen sind wirklich sehr offen im Umgang mit Kindern.
Empfehlungen und Hinweise für andere CampusEltern
Als ich mich in meinen Fachbereich und im International Office mit meinem Wunsch vorgestellt habe, waren direkt alle begeistert und haben mich unterstützt. Man muss klar äußern was man will und wo man es will, dann helfen einem die zuständigen Stellen eigentlich schnell und gerne - weil die Idee mit Kind ins Ausland zu gehen um zu studieren den meisten sehr gut gefällt.
KONTAKT:
www.auslandsstudium-mit-kind.de